Dem ermländischen Pfarrer Johannes Hanowski, der 1968 hochbetagt verstarb, ist am 31. Oktober 2003 posthum eine besondere Ehre erwiesen worden. Zur 650-jährigen Jubiläumsfeier der Stadt Allenstein ist in der St.-Jakobi-Kirche eine Gedenktafel für den Geistlichen enthüllt worden. Sie stellt den Dank Allensteins dar an einen Diener Gottes, der wegen seines Einsatzes am chaotischen Ende des Zweiten Weltkrieges auch nach fast 60 Jahren nicht vergessen werden dürfte.

Als am 21. und 22. Januar 1945 die sowjetische Armee Allenstein besetzt hatte, konnte Johannes Hanowski beim russischen Stadtkommandanten erreichen, dass die Kirchen in Allenstein nicht durch Brandschatzung oder blinden Mutwillen der Sieger zerstört worden sind. Heute machen die Gotteshäuser Allensteins auf die Besucher den Eindruck, als hätten sie nie die furchtbare Katastrophe am Ende des schrecklichsten aller verheerenden Kriege gesehen.

Aus der Vita des Priesters Johannes Hanowski wissen wir, dass er am 1. Februar 1873 in Mondtken bei Allenstein geboren wurde. Er wuchs als Ältester von sechs Kindern des Johannes Hanowski und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Bludau, auf. Obwohl die Eltern nicht gerade reiche Bauern waren, konnte der Sohn Johannes am Allensteiner Gymnasium sein Abitur machen. Nach dem Besuch des Priesterseminars wurde er am 28. Januar 1900 in der damaligen Bischofskirche in Frauenburg vom ermländischen Bischof Andreas Thiel, der Professor in Breslau und seit 1885 Bischof des Ermlandes war, zum Priester geweiht. Johannes Hanowski versah danach seinen seelsorgerischen Dienst in Wartenburg, Dietrichsdorf, Dietrichswalde und seit dem 1. Juni 1924 in der Gemeinde Jakobi in Allenstein. Nach dem Einmarsch der Sowjets in Allenstein leitete er noch drei Jahre bis zum 17. Juni 1948 die Dekanatsgeschäfte. Seine Jubiläen – die goldene Priesterweihe 1951 und die diamantene Priesterweihe 1960 – wurden zu festlichen, ehrenvollen Feiern. Am 10. Juli 1968 starb im Alter von 95 Jahren Johannes Hanowski – Erzpriester und Domherr. Auf dem Friedhof seiner heimatlichen Pfarrgemeinde in Jonkendorf wurde er zur letzten Ruhe gelegt.